Entweder//Oder: Fragen an Dominik Herzog

Dherzog

Dominik Herzog (36) ist Rechtsanwalt, Entertainer, Lehrbeauftragter und YouTuber. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seinen beA-Song, der die zahlreichen Startschwierigkeiten des elektronischen Anwaltspostfachs humorig aufgreift sowie aktuell durch den Grundgesetz-Rap ›Mein GG‹. Außerdem ist er als Kabarettist deutschlandweit auf Tour – ab Herbst mit seinem neuen Programm ›BAD DEAL‹. In seiner Münchner Kanzlei beschäftigt sich der promovierte Jurist vor allem mit Wirtschafts-, Arbeits-, Medien- und Entertainmentrecht.

Herr Herzog, Sie verfügen über ein großes Repertoire an Talenten. Wie kam es zu dem beA-Song, den Sie auch selbst singen?

Ich kann vieles ein bisschen, aber nichts so richtig gut. Für den juristischen Beruf also bestens geeignet. Dass ich selbst den Gesangspart im beA-Song übernommen habe, ist dem Umstand geschuldet, dass ich in der Kanzlei keinen gefunden habe, der die Töne überhaupt auch nur annähernd getroffen hätte. Also weniger eine Entscheidung für mich, sondern gegen die Kollegen.

Seit einem knappen Jahr funktioniert das beA nun. Wie sind Ihre Erfahrungen?

Wenn ich den richtigen Browser finde, der mit der Software harmoniert und dann nach zwei PC-Neustarts meine Karte erkannt wird, erwartet mich meist nur eine Einladung zur Kammerversammlung. Dabei hatte ich schon gehofft, dass ich öfter auch mal einen Schriftsatz bekomme. Aber den schicken die Kollegen doch noch lieber per Fax. Ist wohl sicherer…

Sie lösen nicht nur die Fälle für Ihre Mandanten, sondern erklären auf der Bühne auch einem breiten Publikum, wer Recht hat. Was macht mehr Spaß?

Den Stoff sammle ich in der Kanzlei. Das ist meine Inspirationsquelle. Das Vortragen macht auf der Bühne dann deutlich mehr Spaß als vor Gericht – man wird dort nur selten von Kollegen unterbrochen, die ihre eigenen Argumente oder schlichtweg sich selbst überzeugender finden.

Kommen wir zu unserer Rubrik »Entweder – Oder«… Auf der Bühne oder vor dem Fernseher?

Definitiv auf der Bühne. Vor dem Fernseher schlafe ich ein.

München oder Hollywood?

München. Und zwar auf dem Fahrrad durch den Englischen Garten.

Fax oder Mail?

Fax. Um der Gegenseite die Bedeutung meiner Inhalte klarzumachen.

Sommer oder Winter?

Alles hat Vor- und Nachteile.

Smart oder Mercedes G63 AMG?

G63 AMG. Für den dezenten Mandanten­-besuch eindeutig besser geeignet.

Hund oder Katze?

Weder noch. Katzen sind mir zu anarchisch, Hunde zu parteiisch.

Terminsache oder Urlaub?

Terminsachen, aber nur wegen der Fristverlängerung: »Jahresurlaub«, »alleiniger Sachbearbeiter« und »Arbeitsüberlastung« sind einfach todsichere Argumente.

 

Der beA Song

 

Dieser Text stammt aus Beckextra - Das MagazinHier können Sie das Magazin bestellen.