Wie mutig gehen Sie mit Ihrer Angst um?

München, 13. September 2010 - Wir alle kennen Ängste, große und kleine, im Beruf und im Privatleben. Sie gehören zum Leben dazu, können aber ungesund und zum Bremsklotz werden. "Ängste hindern uns daran, zu unserer vollen Leistungsfähigkeit zu gelangen, unsere Stärken zu leben oder einfach glücklich zu sein",  erklärt Bettina Stackelberg, Coach und Autorin des Beck kompakt Ratgebers "Angstfrei arbeiten" (Verlag C.H.Beck). Finden Sie heraus, wie mutig und selbstbewusst Sie bereits mit Ihren Ängsten umgehen können. Bettina Stackelberg hat für Sie einen Test entwickelt...

1. Die langersehnte Beförderung hat nicht geklappt – Sie sind übergangen worden. Was geht Ihnen als erstes durch den Kopf?

a. Oh Gott, was wird denn nun? Typisch, dass ich das wieder einmal nicht geschafft habe. Was denkt der Chef über mich? Ob mein Arbeitsplatz noch sicher ist?

b. Verdammt! - naja, egal: Jetzt geh ich erstmal in die Kneipe, auf den Schreck einen trinken.

c. Puh, das ist jetzt dumm. Heute nachmittag nehm ich mir frei – ich brauch jetzt einen langen Spaziergang. Und morgen frag ich den Chef mal, woran es gelegen hat.

 

2. Der Termin mit einem besonders schwierigen Kunden steht bevor. Das letzte Mal hat der Sie ganz schön zur Schnecke gemacht. Wie bereiten Sie sich vor?

a. Ich analysiere nochmal in Ruhe das letzte Treffen, überlege mir ein realistisches Ziel für dieses Gespräch und sorge davor für einen besonders entspannten Morgen.

b. Ich kann nächtelang nicht schlafen und male mir in den schlimmsten Horrorbildern das Treffen aus. Der macht mich sicher wieder fertig. Ich hab keine Ahnung, wie ich das schaffen soll.

c. Vorbereiten? Bloß nicht – dann wird mir nur wieder übel. Nein, Angst ist sowieso nur was für Angsthasen! Ich setz auf Spontaneität.

 

3. Die erste Gehaltsverhandlung mit Ihrem neuen Chef steht bevor. Ihnen ist unwohl zumute. Was denken Sie?

a. Das wird sicher schwierig – in solchen Gesprächen bin ich immer so unsicher. Der will mich bestimmt über den Tisch ziehen.

b. Ich bereite mich vor, lege mir gute Argumente für meine Wünsche zurecht und übe das Gespräch mit einem Kollegen vorher.

c. Ach, wird schon gut gehen. Ich geh da ganz locker-flockig rein, mein Bauchgrummeln hat nix zu sagen. Hab einfach einen nervösen Magen.

 

4. Eine langjährige Freundin hat sich verändert – immer öfter ärgern Sie sich über sie oder sind genervt, weil sie ständig nur über alles mögliche jammert. Wie reagieren Sie?

a. Ach was, das bisschen Generve. Ich schalt einfach bei den Telefonaten auf Durchzug, dann geht das schon. Ansonsten treff ich mich halt weniger mit ihr.

b. So geht’s jedenfalls nicht weiter. Ich werde mit ihr reden, ihr meine Empfindungen mitteilen und mir vorher überlegen, was ich mir konkret wünsche von ihr. Das ist ihr gegenüber fair und tut mir gut.

c. J a sicher nervt sie. Aber ich würd nie was sagen! Dann ist sie ganz schnell weg und ich hab eh so wenig Freunde. Ich muss halt in dieser Freundschaft zurückstecken – lässt sich nicht ändern. Ich darf nicht egoistisch sein.

 

 

5. Eine neue, junge Kollegin macht Stimmung gegen Sie. Und Sie?

a. Ich mach mir große Sorgen. Die wird sicher alle Kollegen auf ihre Seite ziehen, weil sie so eloquent ist. Was mach ich denn dann? Die will sicher meinen Job.

b. Das bilde ich mir sicher nur ein. Ich tu einfach so, als ob nichts gewesen wäre.

c. Ich beobachte das noch eine Weile und dann bitte ich sie zum Gespräch. Ich werde freundlich, aber deutlich meine Grenzen aufzeigen, ihr meine Beobachtungen schildern und mich gut vorbereiten auf ihre möglichen Antworten. So geht das nicht!

 

6. Alle Mütter scheinen tollere Kids zu haben. Ihre Haltung dazu?

a. Nö, ich mach mir keine Gedanken. Die geben sicher alle nur an. Wird schon gut gehen mit meinen Kindern. Das mach ich alles intuitiv.

b. Oh weh, ich sollte dringend etwas unternehmen. Meine Kinder kommen sonst auf keinen grünen Zweig, alle anderen machen mehr Sport, lernen ein Instrument oder sind intelligenter. So wird aus ihnen nichts. Bewundernswert, diese Eltern.

c. Ich weiß, wo die Stärken meiner Kinder liegen. Ich muss mir nicht jeden Schuh anziehen. Es schadet aber nichts, die Ohren offen zu halten – vielleicht gibt’s ja noch etwas zur Förderung meiner Kinder, das ich übernehmen möchte.

 

7. Sie sind selbständig und bemerken seit einiger Zeit: Immer öfter bekommen jüngere Mitbewerber den Auftrag und machen den Markt mit Dumpingpreisen kaputt. Wie reagieren Sie?

a. Damit möchte ich mich auseinandersetzen – und zwar rechtzeitig. Ich analysiere meine Situation genau, spreche mit Freunden darüber und überlege, was ich alles tun kann.

b. Sicher muss ich bald Insolvenz anmelden – da kann ich nicht mehr mithalten. Ich fürchte, allmählich gehör ich zum alten Eisen und spiel bald keine Rolle mehr.

c. Ach was – das ist wahrscheinlich nur ne kurze Phase. Ich mach weiter wie bisher. Wird schon gut gehen.

 

 

8. Ihre Abteilung wird komplett umstrukturiert und es geht das Gerücht, dass zwei Arbeitsplätze wegfallen werden. Wie gehen Sie mit Ihren Sorgen um?

a. Gerüchten zu glauben ist Stille-Post spielen. Was ist dran? Ich werde konkret nachfragen, weil ich wissen will, was auf mich zukommt. Und wenn es wirklich stimmt, dann entwickle ich mir Alternativen.

b. Ach das wird sicher nicht so schlimm werden. Die reden viel, wenn der Tag lang ist. Ich denk drüber nach, wenn's soweit ist.

c. Ich mag Veränderungen nicht! Sie machen mir Angst und außerdem befürchte ich, dass mein Kopf rollen wird. Die haben mich doch schon länger auf dem Kieker. Was soll dann nur werden?

9. Seit Ihrer Trennung vor 2 Jahren sind Sie immer wieder ziemlich einsam. Wie gehen Sie damit um?

a. Das ist jetzt eben mein Schicksal. Ich bin eben kein geselliger Mensch und ich tu mir unheimlich schwer mit neuen Kontakten. Ich kann das nicht und werde wohl nie wieder jemanden finden.

b. Ich stelle mich der Einsamkeit und fange an, mir Gedanken darüber zu machen, ob ich daran etwas ändern will und wie das funktionieren kann. Und ich frag mal meine Schwester, wie sie nach der Scheidung wieder auf die Beine kam.

c. Ach was, Einsamkeit! Das ist doch was für Looser! Ich geh jede Nacht auf die Rolle, feiere bis in die frühen Morgenstunden. Oder ich arbeite bis spät in die Nacht – das klappt schon.

 

 

 

 

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9 – 13 Punkte: Sie kennen Angst und Selbstzweifel sehr gut, nicht wahr!? Die begleiten Sie vielleicht schon Ihr Leben lang und Sie fühlen sich oft darin gefangen und ziemlich ohnmächtig. Ohnmächtig sind Sie dann, wenn Sie sich dafür entscheiden. Sie können sich aber auch gegen Ohnmacht entscheiden: Reden Sie über Ihre Ängste mit den guten Freunden oder einem Coach! Sie werden sehen: Sie sind nicht alleine, vielen geht’s ähnlich! Und dann finden Sie erste klitzekleine Schritte und Veränderungen, die es Ihnen ermöglichen, ein bisschen weniger ängstlich zu sein. Entscheiden Sie sich dafür, angstfreier zu leben. Das klappt! Versprochen!

14 – 22 Punkte: Sie kennen Ängste und Selbstzweifel gut in Ihrem Leben – Sie ertragen sie aber nicht. Deshalb fahren Sie die Strategie „weglaufen, ablenken, Augen zu!“ In manchen Situationen sicher eine gute Strategie, solang es nicht die einzige bleibt. Erweitern Sie Ihre Handlungsalternativen und laufen Sie nicht immer weg. Hinschauen, stillhalten, aushalten – das eröffnet neue Perspektiven. Trauen Sie sich – es lohnt sich.

 

23 - 27 Punkte: Prima! Sie sind sich Ihrer selbst bewusst und haben einen selbstbewussten Weg gefunden, sich Ihren Ängsten zu stellen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Sie wissen, dass Angst zu Ihrem Leben gehört wie Freude oder Trauer oder Wut. Sie haben verstanden, dass die Überwindung von Angst damit beginnt, ihr ins Gesicht zu blicken. Weiter so!

 

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