Entweder I Oder: Fragen an Holger Rüttgen

17.08.2026

Holger Rüttgen ist seit über 30 Jahren
Rechtsanwalt und selber Skipper. Er hat sich
auf Bootsrecht spezialisiert. Auch der
Schutz der Meere ist ihm wichtig.

Holger Rüttgen verbindet seine Leidenschaft für den Wassersport mit juristischer Expertise. Als »Bootsanwalt« berät er Mandantschaft bundesweit zu allen rechtlichen Fragen rund um Kauf, Besitz und Betrieb von Sportbooten und Yachten – von Gewährleistungsfällen über Versicherungsfragen bis hin zu Eignergemeinschaften und Erbrecht. 

Während andere von Wind, Wellen und Freiheit träumen, kennt er auch die rechtlichen Klippen dahinter. Wir sprachen mit dem Kölner Rechtsanwalt über Recht, Wasser und die besondere Faszination des Bootssports.

Herr Rüttgen, was hat Sie dazu bewogen, Ihre juristische Tätigkeit auf den Bereich Sportboote und Yachten zu spezialisieren?
Als begeisterter Wassersportler befasste ich mich auch als Anwalt schnell mit rechtlichen Fragen rund um den Bootssport. Dabei fiel mir auf, dass dieser große Beratungsbedarf – in Deutschland gibt es über 500.000 Sportboote – von der Anwaltschaft kaum abgedeckt wird. Ein Anlass für mich, dies zu ändern. 

Beim Kauf eines Bootes spielen Emotionen häufig eine große Rolle. Welche rechtlichen Fehler beobachten Sie bei Bootskäuferinnen und Bootskäufern besonders häufig?
Stimmt! Ein Bootskauf erfolgt oft nach Bauchgefühl. Dies ist nicht grundlegend schlecht, kann für den Käufer jedoch rechtlich riskant werden, beispielsweise bei der unzureichenden Zusicherung von Eigenschaften, Fehleinschätzungen von Gewährleistungen oder übersehenen grenzüberschreitender Besonderheiten wie dem anwendbaren Recht.


Sie beraten zu allen Fragen rund um den Besitz eines Bootes. Welches rechtliche Thema wird von Eignerinnen und Eignern aus Ihrer Sicht am meisten unterschätzt?
Die Eigentumsfrage. Anders als beim Haus- oder Autokauf gibt es beim Sportboot keinen urkundlichen Pflichtnachweis. Beim Gebrauchtbootkauf ist es daher wichtig, dass der Verkäufer z.B. durch eine Dokumentation der Erwerbskette sein Eigentum am Boot nachweist. Aber auch auf Käuferseite kann die Eigentumsfrage rechtlich von Belang werden wie im Falle eines Ehestreits oder eines Erbfalls.

Jetzt zu unserem vergnüglichen Interviewteil
»Entweder – Oder« …

Segelyacht oder Motorboot?
Eindeutig die Segelyacht.


Hafen oder Ankerbucht?
Der Hafen (jedenfalls in der Nordsee).

Gesetzbuch oder Logbuch?
Keines ist verzichtbar.

Rückenwind oder Gegenwind?
Gegen den Wind kreuzen ist Hochgenuss pur.

Gerichtssaal oder Steuerstand?
Gerichtssaal bedeutet Anspannung; Steuerstand bedeutet Entspannung.

Frühmorgens auslaufen oder Sonnenuntergang auf dem Wasser?
In der Früh zu neuen Ufern starten!

Nordsee oder Mittelmeer?
Als Kölner ist die Nordsee das Revier der Wahl.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Kundenmagazin beck.inside. Sie können das Magazin hier kostenlos abonnieren.

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